Die nächste Begegnung mit ungekochten Spaghetti dürfte für den Zuschauer befremdlich ausfallen. Ebenso diejenige mit dem Handrührgerät seiner Küche. Trockene Spaghetti, wenn man sie bricht, klingen wie sich spaltende Knochen, ein elektrisches Handrührgerät wie ein Knochenbohrer. Ein Holzstab in einem blättergefüllten Schuhkarton schlägt Schritte durch giftigen Efeu, Papier reißt wie das Polohemd und das Handrührgerät manuell lässt die Räder des Rollbettes quietschen, auf dem Howard gelähmt, aber bei vollem Bewusstsein in den Autopsieraum geschoben wird. In einer dynamischen Verbindung aus Schauspiel und Hörspiel erzählen die drei Performer einen Alptraum von bemerkenswerter Intensität. Stephen King wäre zufrieden. //sim
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Montag, 24. Februar 2014
Wenn er mein Herz tropfend aus dem Brustkorb hebt
Anna-Lena
Kühner | Autopsie
Die nächste Begegnung mit ungekochten Spaghetti dürfte für den Zuschauer befremdlich ausfallen. Ebenso diejenige mit dem Handrührgerät seiner Küche. Trockene Spaghetti, wenn man sie bricht, klingen wie sich spaltende Knochen, ein elektrisches Handrührgerät wie ein Knochenbohrer. Ein Holzstab in einem blättergefüllten Schuhkarton schlägt Schritte durch giftigen Efeu, Papier reißt wie das Polohemd und das Handrührgerät manuell lässt die Räder des Rollbettes quietschen, auf dem Howard gelähmt, aber bei vollem Bewusstsein in den Autopsieraum geschoben wird. In einer dynamischen Verbindung aus Schauspiel und Hörspiel erzählen die drei Performer einen Alptraum von bemerkenswerter Intensität. Stephen King wäre zufrieden. //sim
Die nächste Begegnung mit ungekochten Spaghetti dürfte für den Zuschauer befremdlich ausfallen. Ebenso diejenige mit dem Handrührgerät seiner Küche. Trockene Spaghetti, wenn man sie bricht, klingen wie sich spaltende Knochen, ein elektrisches Handrührgerät wie ein Knochenbohrer. Ein Holzstab in einem blättergefüllten Schuhkarton schlägt Schritte durch giftigen Efeu, Papier reißt wie das Polohemd und das Handrührgerät manuell lässt die Räder des Rollbettes quietschen, auf dem Howard gelähmt, aber bei vollem Bewusstsein in den Autopsieraum geschoben wird. In einer dynamischen Verbindung aus Schauspiel und Hörspiel erzählen die drei Performer einen Alptraum von bemerkenswerter Intensität. Stephen King wäre zufrieden. //sim
Sonntag, 23. Februar 2014
Treffen sich Artistin und Softwareentwickler
Ein Interview mit Vera Sofia Mota und Kristoffer
Ström.
What were your first experiences with theatre?
Before this project, Kristoffer had no experience
in the field of performance art. He was so taken by the
experience, he was heard exclaiming 'I have a body'. Vera began her
training at age eleven with classical and modern dance classes in her home
town, Espinho. She often says that she would like to be out of her body.
What is the idea of your art
in general?
Coming from philosophical,
scientific and artistic backgrounds, we want to explore concepts of bodies,
movement, position and perceptions thereof. We are experimenting as we go with
software and hardware technology.
How did you get the idea for
the performance Second love?
In 2009 Vera did the performance There is no
love like the first, where she combined classical ballet 'positions' with
'natural' movements of the body using a stroboscopic light to allow, that
neither the creator nor the spectator could choose completely what
was being shown or received. At this same time, Kristoffer was working on a
sequencing program for music and sound.
We met in Berlin in 2011 and for Second Love
we wanted to go further in exploring the relations between light, body,
movement, and perception and we decided to create a structure within which we
can add sounds and music as well as control the light in different ways,
playing with construction and randomness and pushing the game a bit further
while confronting our different physical languages under this apparatus.
How would you describe the relationship between the
two of you?
We like to think about our friendship in
philosophical terms, as in being stronger together than each on their own, and
having a kind of common language, or pre-language, that allow us an intense
exchange and questioning of each other's ways of relating, working and acting.
Vera Sofia Mota / Kristoffer Ström
Second Love
Sonntag, 17 Uhr
HAU3 Bühne
Face Time
Louise Trueheart | Lovewell
| Foto: Arne Schmitt |
//sim
Jetzt haben wir so viel über Kakao geredet
Haneder_sommerfeld | instant Hermessteigtherab
| Foto: Roger Rossell |
Ich war
eigentlich ganz gut in der Zeit. Auf der Straße, Wedding, Haltestelle
Pankstraße, aber den Namen von der Straße, in der das Haus meiner Gastgeberin
war, hatte ich vergessen. Aber Namen, das hat der Seniorensprechchor in der
Performance dann später gesagt, sind auch nicht wichtig, wichtig ist, wie die
Leute gelebt haben. Das muss jede Generation neu gefragt werden – wie sie
gelebt hat. Ich war also gut in der Zeit auf der Straße in Wedding, ich hörte
viel Türkisch, das verstand ich natürlich nicht, und ein kleines Mädchen, das
sagte, sie spielt kein Instrument, weil sie darf nicht, ihre Mutter sagt, das
ist zu teuer. Das Mädchen spricht schon anders als ich, und ich spreche
natürlich anders als die beiden Performer später, die sprechen nämlich so wie
die, die in Potsdam 1950 gelebt haben, die geben der Generation in ihrem Stück
sozusagen eine Stimme. Ich bin dann mit der U-Bahn ein paar Stationen gefahren,
dann bin ich ausgestiegen und in die falsche Richtung gelaufen, da wurde es
dann doch noch knapp, aber weil ich auf Google Maps nachgeguckt habe, habe ich
es dann gerade noch zur Performance geschafft. Das war jetzt alles nicht so
spannend, aber der Seniorensprechchor hat gesagt, sie sind auf der Suche
danach, sie sind auf der Suche nach dem Uninteressanten. Deswegen wurde in der
Performance auch ziemlich lange über Kakao geredet, am besten instant, und über
das Marktcenter und solche Sachen. Das kann dann beim Zuhören ziemlich lang
werden und ziellos wirken, aber auf der anderen Seite ist es ein Versuch,
Sprache und Leben in eine authentische Form zu bringen, was ja nie ganz klappt,
weil es halt einfach nicht geht, aber bei Haneder_sommerfeld schon echt gut.
Samstag, 22. Februar 2014
Ein Krieg, den ihr nicht gewinnen könnt
Pascal Houdus und Anton Krause | Schöner
Scheitern #11 – Pascal Houdus ist Rambo
Ich versuchte ihn zusammenzuhalten, aber es
ging nicht, seine Gedärme kamen immer weiter aus ihm raus! Niemand wollte uns
helfen! Joe hat geweint, er sagte: "Ich will nach Hause, ich will nach
Hause!", er hat es immer wieder gesagt, "Ich will nach Hause, ich
will meinen Chevy fahren!", und ich konnte seine verdammten Beine nicht
finden!
![]() |
| Foto: Arne Schmitt |
Rambo schafft es nach Hause, der letzte
Überlebende seiner Special-Forces-Einheit, empfangen wird er wie ein Verbrecher. Ein Kindermörder. Wie kannst du
zurückkehren, wenn du Dinge erlebt hast, die dir nicht mehr aus dem Kopf gehen?
Um das herauszufinden, wird Pascal Houdus selbst zu Rambo. Eine sukzessive Transformation,
die von Slapstick über Ironie zu Tiefgründigkeit hin und wieder zurück wandert. Eigentlich ein bisschen wie der Film. Sylvester Stallone brach sich
bei den Dreharbeiten zu Rambo vier Rippen, Pascal Houdus musste zwar nur ein
paar Rohei-Shakes trinken, aber sein Einsatz hat sich trotzdem gelohnt: Viel
Lachen, viel Emotion, nur ein bisschen kürzer hätte man sich für das 100° wohl
fassen müssen.
//sim
Wir haben jetzt keine Hoffnung mehr
Ulrike Günther | Frühlings Erwachen
| Foto: Roger Rossell |
Einmal im Traum ist Roya in den Palast des iranischen Präsidenten gegangen. Am Körper trug sie Sprengstoff, sie wollte den Präsidenten töten. Sie jagte sich in die Luft und als sie von weit oben hinabblickte, waren alle tot, nur der Präsident lebte. Er konnte nicht sterben, sagt sie, die Revolution ist nur tot. Sie spricht mit ihrem Vater aus der Ferne, ob er vergessen habe, 1979, als er kämpfte und in der Menge vorne ganz kurz bist du unbesiegbar, wie er Dinge änderte, aber am Ende habt ihr alles nur schlimmer gemacht. Roya erzählt in Deutsch und in Persisch, erzählt von ihrer Revolution, nur fünf Jahre sind vergangen, aber die Welt blickt jetzt an andere Orte. Es geht Roya gut in Deutschland, es geht mir wirklich gut, Papa, aber die Frage bleibt: War es das wert? Das alles? Ein ehrliches und bewegendes Stück Theater. //sim
Freitag, 21. Februar 2014
Don't push it!
Pascal
Houdus war einmal ein ganz normaler Schauspieler. Das war, bevor er auf Anton
Krause traf. Bevor der studierte Theaterregisseur und nun Regieassistent am
Thalia Theater, der im Rahmen von Schöner Scheitern bereits einige
Schauspieler umkrempelte, Pascal Houdus zur Kampfmaschine machte.
Pascal
wuchs in Gütersloh auf, begann dann während des Zivildienstes in Berlin mit der
Schauspielerei und bald drillte man ihn an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst
Busch. Er trug in Der Vorleser Ralph Fiennes die Tasche, er fuhr im
Thalia-Theater Hamburg als Maik Klingenberg zusammen mit Tschick durchs
Kornfeld, und – dies wird wohl seinem wahren Charakter am ehesten gerecht – er
lebte dort, Wo die wilden Kerle wohnen.
Aber
nun kehrt Pascal nach Berlin zurück, in das off-scene-Theatermilieu wie ein fremder
Veteran, eine Actionfigur umzingelt von Intellektuellen. Er möchte nur ein
wenig schauspielern, doch eins ist sicher: Sollte er bloß ein einziges Vorurteil
wittern, das sich gegen das Action-Genre richtet, dann ist das erste Blut
vergossen und es wird mehr fließen, viel mehr. Denn:
Pascal Houdus ist
Rambo!
Da
wir kein Bild von Pascal haben, müsst ihr euch dieses Video angucken: Pascal
sieht genau aus wie der Protagonist, nur seine Haare sind etwas kürzer:
//sim
Pascal Houdus und Anton
Krause
Schöner Scheitern #11 - Pascal Houdus ist Rambo!
Freitag 22.00 Uhr,
Sophiensaele Kantine
Janz Berlin verrückt!
Pianlola
Chansontheater | … von Berliner bis Argentiner
Als hätten Lola Bolze und Jorge Idelsohn gewusst, dass
sie beim 100° einspringen müssen, greift ihre Performance alle Hauptthemen des
Festivals auf einmal auf.
Was für ein Panoptikum!
entlarvt
das Berliner Chansonensemble den Kapitalismus schon nach wenigen Songs und gleich
darauf prangert Lola, neben ihr lehnt der Besen am Piano, den alltäglichen Sexismus
an, wenn Mann ihr sagt:
Performativ
konfrontiert die Gruppe das Publikum mit dem Thema der Migration und der
Migrantenfeindlichkeit.
Sollte
einem Zuschauer bis hierhin aufgestoßen sein, dass Gender und Diversity-Thematiken
nicht ausreichend behandelt wurden, beruhigt ihn das letzte Lied, weil bei
Ob
das nun alles so intendiert war oder nicht – selten gab es einen Auftritt mit
derart viel Freude, mit so viel Herzblut. Mehr davon.
//sim
//sim
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