Donnerstag, 20. Februar 2014

Im Nirgendwo mit Le Nu Perdu



Das Performance-Kollektiv Le Nu Perdu hat eine kleine Box gebaut für ihre One-Man-Audience-Produktion Nowheres. Die niederländische Sounddesignerin und Theatermacherin Malu Peeters gibt hier schonmal drei Hinweise auf diese Box.



1. Wo ist Nowheres?

Entrance to be found at the yellow door.


                                          







2. Wie ist der Rhythmus von Nowheres?

So ist der Rhythmus von Nowheres.

3. Wo befindet sich das Publikum bei Nowheres?

 Klicke hier.


//ls


Le Nu Perdu Nowheres, HAU 2, 2. Stock
Ganztägig alle 6 Minuten, One on One
 
 

Schnaps im Pokal


Goldene Elf, Die 
Wortart: Substantiv, feminin
Worttrennung: Gol | de | ne  |  Elf
Die Goldene Elf bezeichnet ein Variante des ungarischen Nationalgetränks Pálinka (s. Obstbrand, der). Anders als der herkömmliche Pálinka wird Die Goldene Elf nicht aus Obst, sondern aus der schärfsten ungarischen Paprika gebrannt, und gilt unter Ungarn-Kennern und Gourmets als Delikatesse. Traditionell wird der Paprika-Pálinka zu allen Gelegenheiten gereicht, besonders zu festlichen Feier- und Trauergelegenheiten. Außerdem ist er beliebt, um niedergeschlagenen Freunden Mut zu machen. Branntweinforscher attestieren der Goldenen Elf auch eine nationalpatriotische Komponente durch die Verwendung der Paprika, die eine zentrale Rolle in der ungarischen Küche und Kultur einnimmt.

Die Goldene Elf wird nur in ausgesuchten Gourmetrestaurants serviert. Dabei bekommt der Gast eine Replik des Fußballweltmeisterschaftspokals von 1954 serviert, die mit dem scharfen Paprikaschnaps gefüllt ist.  Die Brauerei Sennecke& Bloch hält das Patent am Paprika-Pálinka. Seit 2010 ist die Herstellung von bis zu 86 Liter Pálinka mit fünfzig Volumenprozent genehmigungspflichtig und von der Branntweinsteuer befreit. Die Goldene Elf wird also zunehmend auch außerhalb von Ungarn konsumiert und genossen.
//ar


Die Goldene Elf
Ohnmacht unterm Holunderblütenstrauch – Eine Werbeeinlage
Donnerstag, 23 Uhr
Sophiensaele Festsaal

Lost & Found // mit Karu & Maike


Griechen gegen Amazonen – Karu & Maike bringen in ihrer Transgender-Performance Auf zur Schlacht! Versuch: XY Kleists Penthesilea auf die Bühne. Auf 1OOWORT zeigen sie Artefakte, die sie im Probenraum zurückgelassen haben.




Um die Schlacht der Griechen und Amazonen möglichst effektvoll auf die Bühne zu transportieren, dachten wir an Mehl als Staub des Schlachtfeldes. Bei zu viel Mehlstaub allerdings reicht ein Funke und es kommt zu einer Explosion, das wollten wir dann doch vermeiden.









Wir lieben Schnee, deshalb sollte er auch in unserem Stück vorkommen. Die Rettungsdecke wollten wir als Schneehalter mit Löchern an der Bühnendecke anbringen. Leider war die Konstruktion etwas zu kompliziert. (Details ersparen wir euch!)




Love is in the air 
Eines unserer Lieblingslieder, das wir gerne für die große Liebesszene zwischen Achilles und Penthesilea benutzt hätten, wenn der Songtext nicht so kitschig wäre.





Zuerst ging es in der Performance nur um die Genderthematik. Das Kleid sollte ein Teil einer großen Klamotten-Umzieh-Party sein, um zu zeigen, dass man Menschen nicht unbedingt ihr biologisches Geschlecht ansieht. Dann kam Penthesilea dazu und der Fokus lag nicht mehr auf dem reinen Genderaspekt.






Wir saßen in einem Park und stellten fest, dass das ein sehr geschlechtskonnotierter Raum ist. Wir haben versucht, alle Merkmale, die Frauen oder Männern zugeordnet werden können, zu entfernen, um im Stück einen geschlechtsneutralen Raum schaffen. Leider ist uns das nicht zu unserer Zufriedenheit gelungen.






//ls

Karu & Maike
Auf zur Schlacht! Versuch: XY
Donnerstag, 20 Uhr
Sophiensaele Hochzeitssaal

Wie viele Großmütter hast du?


Meret Kiderlen präsentiert beim 100° mit der Lecture-Performance Meine drei Großmütter das vierte Projekt des Archivs der Flüchtigen Dinge. Wir haben mit ihr gesprochen.


1OOWORT: Archiv und Flüchtigkeit, Archiv und Theater: das klingt für mich nach Gegensätzen…

Meret Kiderlen: Wenn man etwas archivieren will, schreibt man es auch fest. Man nimmt ihm das Lebendige. Dabei steckt in den Dingen, die man in einem Archiv bewahren will, zum Beispiel in den Erinnerungen an die oder von den Großmüttern auch immer etwas Flüchtiges, das sich weiterentwickelt, nie bleibt, was es ist. Das Theater ist ja auch immer eine flüchtige Erscheinung und kam uns deshalb als der geeignete Ort vor, um diese ständige Weiterentwicklung der Dinge zuzulassen, sie festzuhalten und gleichzeitig als lebendige Phänomene zu belassen.

Wie gestaltet sich eure Arbeit als Archivare?

Wir sind kein festes Kollektiv, sondern eher ein Kern an Leuten, die in unterschiedlichen Konstellationen zu den einzelnen Projekten hinzustoßen. Idee ist es, einen Archivaufbau jeweils so zu verdichten, dass er zum nächsten Projekt führt.

Deine Lecture-Performance Meine drei Großmütter basiert auf einem O-Ton eines Interviews mit deiner Großmutter, den ihr auch schon im zweiten Aufbau und der dritten Inszenierung verwendet habt.

Der O-Ton ist wie die Partitur des Stücks. Meine Großmutter hat versucht, auf meine Fragen zu antworten. Weil sie an Alzheimer erkrankt ist, hat das nicht richtig geklappt. Sie hat ihre Erzählung immer wieder abgebrochen und von vorne angefangen, ihr Erzählen verändert. Die Worte, die sie dabei verwendet hat, waren nicht die, die eigentlich für die Erzählung vorgesehen waren. Sehr traurig, aber auch unheimlich poetisch. Nach diesem Prinzip des Versuchens und Scheiterns funktioniert auch die Lecture-Performance.

Geht es also mehr um das Vergessen als ums Erinnern?

Um beides. Ich würde sagen, der O-Ton meiner Großmutter ist einfach nur eine Extremform davon, wie wir immer erinnern. Wir erzählen Dinge ja auch nie ganz gleich und trotzdem greifen wir immer auf Muster zurück, die wir uns selbst gesetzt haben. Hinter diesen Mustern ist die eigentliche Erinnerung oft gar nicht mehr richtig da.

//fs

Archiv der flüchtigen Dinge #4
Meine drei Großmütter
Donnerstag, 20 Uhr
HAU2 Foyer

Chinesisches Roulette // mit cobrainstallation.cobra


Wären Gabriel Brero, Katharina Schütz, Torben Spieker und Olivia Wenzel eine Band, dann wären sie eher unbekannt, ihre Songs hingegen rhythmisch beeindruckend.
Als Film wären sie zwar narrativ ungeil, die Special Effects jedoch der Hammer.
Als Frisur? Makellos.
Als alkoholisches Getränk? Stark.
Als Theaterstück? Penetrant!
Und als Fortbewegungsmittel so schnell, dass es sich schon wieder langsam anfühlt.


Mit ihrer Performance Der große Zerschleuniger erzählen cobrainstallation.cobra vom Innehalten und Sich-umarmen-lassen, den guten alten Zeiten, von Misserfolgen und Saunabesuchen. Bedeutet das 100° Festival nicht zuletzt auch die ruhelose Suche nach dem Nächstbesten, so wollen cobrainstallation.cobra zeigen, wie spannend die Entspannung sein kann.

//mp

cobrainstallation.cobra
Der große Zerschleuniger
Donnerstag bis Sonntag, ganztägig
HAU2 2. Stock